SELBSTVERSUCH LADENDIEBSTAHL

Ein verblüffendes Erlebnis

Vergangene Woche diskutierten wir firmenintern darüber, ob es nur ein falscher Eindruck, oder tatsächlich so ist, dass Ladendiebstahl in manchen Branchen und Geschäften zunehmend leichter wird. Zu einem wirklich schlüssigen Ergebnis kamen wir nicht und so beschloss ich, einfach wieder einmal einen Selbstversuch zu wagen.

Um die Latte für das Sicherheitspersonal und die Mitarbeiter der Geschäfte nicht zu hoch zu hängen, suchte ich alte, aber noch passenden Klamotten und Schuhe raus und zog diese an. Zugegeben, die Gartenarbeit hat an der Kleidung einige kleine Spuren hinterlassen, doch wie ein Langzeit-Obdachloser sah ich wirklich nicht aus. So gekleidet machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Schon nach kurzer Zeit sprang mir ein Autohaus ins Auge und schwups, war ich auch schon im Ausstellungsraum. Sehr interessiert sah ich mir ein Auto um 16.500.-Euro an. Aber ich konnte aber gar nicht so schnell schauen, wie man mich höflich aber bestimmt hinaus komplimentierte. Hier werden Autos ganz offensichtlich nur an Anzugträger verkauft und man ist der Kaufkrafteinschätzung der Verkäufer ausgeliefert.

Das Erlebnis gab mir zu denken und ich dachte mir, neue Kleidung kann nicht schaden. Zum Glück kam ich gleich an einem großen und sehr bekannten Bekleidungsgeschäft vorbei und zögerte nicht, hinein zu gehen. Komisch, bei meinem Rundgang im Geschäft wurde ich vom Personal kaum gegrüßt und schon gar nicht beachtet. Solches Verhalten gehört bestraft. Also zog ich von Abteilung zu Abteilung und kleidete mich in aller Seelenruhe neu ein. Die alten Klamotten blieben einfach in den Kabinen oder sie verschwanden in Ecken und unter Kleiderständern. jetzt stand natürlich noch die Hürde „Alarmanlage“ vor mir. Einige der doch teuren Teile waren mit verschiedenen Warensicherungen versehen. Ich wartete jetzt einfach darauf, dass sich mehrere Personen gleichzeitig von den Kassen zum Ausgang bewegten und spazierte einfach mit. Der Alarm den ich auslöste war unüberhörbar und eigentlich erschraken nur die aus dem Geschäft gehenden Kunden. Ich tat einfach so, als ging mich das alles nichts an und ging ruhig weiter. Aus den Augenwinkeln konnte ich noch sehen, dass eine Kassendame zu einem Kunden mit Tragtasche des Geschäftes (er hatte hier eben gekauft) eilte und ihn bat, nachsehen zu dürfen, ob etwas nicht entsichert wurde.

Ehrlich, so einfach war es noch nie, mich kostenlos neu einzukleiden.

Also gleich auf ins nächste Schuhhaus um auch meine alten Schuhe kostenlos zu tauschen. Hier wurde ich (wohl wegen meiner neuen Kleidung) sofort begrüßt und gefragt, wie man mir helfen kann. Die Verkäuferin beriet mich hervorragend und war sehr eifrig darin, mich zu bedienen. Also musste ich zusehen, dass ich sie irgendwie loswerden konnte. Mehrfach erklärte ich ihr einfach, dass einer der Schuhe nicht passe und sie sprintete immer wieder ins Lager um das Modell in neuen Größen zu holen. Dabei fiel mir auch auf, dass nur die im Verkaufsraum ausgestellten Schuhe mit Warensicherungen versehen waren. Schuhe aus dem Lager hatten zwar ein Preisschild, aber keine Warensicherung. Als sie zum vierten Male ins Lager ging, stand ich mit dem (ohnehin passenden) Paar Schuhe auf und ging langsam aus dem Geschäft. Der Dame an der Kasse, an der ich vorbei ging und mich auch höflich verabschiedete, fiel nicht einmal auf, dass ein Anhänger mit Preisschild am Schuh pendelte.

Die Erkenntnis aus diesem Selbstversuch

Es war verblüffend einfach, sich binnen kürzester Zeit komplett neu einzukleiden, ohne dafür auch nur einen einzigen Cent auszugeben. Das Personal in den Geschäften erschien mir völlig ungeschult in der Verhinderung von Ladendiebstahl, ja sogar nicht gut geschult im normalen Umgang mit Kunden. Die teilweise vorhandenen Warensicherungen zeigten sich als völlig unzureichend und als Alarm ausgelöst wurde wusste das Personal einfach nicht, was nun zu tun ist. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf.

Anzumerken ist noch, dass alle „entwendeten“ Teile natürlich umgehend zurück gebracht wurden, was beim Personal sichtbar große Erleichterung ausgelöst hat. Einige Teile meiner, in den Geschäften zurück gelassenen Kleidung waren bereits gefunden worden, andere holten mir die Verkäufer, nachdem ich ihnen sagte, wo diese liegen. Spannend war für mich auch, dass mir ein Verkäufer im Bekleidungsgeschäft sagte, dass ein Ladendetektiv anwesend war, während ich klaute. Schade um diese Investition, hier war sie vergeblich.

Weitere Informationen auf: http://www.surveycontrol.at

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